Expedition vom 27.05.14

Sehr verehrte Damen und Herren,

am Dienstag sind 2 Vorstandsmitglieder des NSA-Spion-Schutzbunds zusammen mit 2 Journalisten zum Spion-Gehege spaziert. Dieser Spaziergang war der bisher merkwürdigste seiner Art. Aber immer der Reihe nach.

Wir kamen am Gehege an und die Journalisten sowie der 1. Vorsitzende begannen mit der Forschungsarbeit. Der einzige Unterschied zu den üblichen Spaziergängen war eine kleine Alu-Küchenleiter, die der 1. Vorsitzende mitgebracht hat, um Bilder ohne Maschendraht aufzunehmen.

Als wir uns dem Eingangstor näherten wurden die Gehege-Wärter schon nervös, liefen hin und her und telefonierten. Davon unbeeindruckt dokumentierten wir den einsehbaren Bereich des Geheges.

Während dessen kam wieder einmal die Polizei vorbei. Routiniert holten wir unsere Forschungs-Lizenzen heraus und hielten sie zur Kontrolle bereit.

Anomalie 1: Es waren Griesheimer Polizeibeamte. Normalerweise ist die Darmstädter Polizei für den Bereich um das Gehege verantwortlich. Die Polizisten kommen eigentlich immer aus Darmstadt, außer wenn eine angemeldete Veranstaltung in Griesheim beginnt.

Zuerst wollten die Beamten die Lizenzen gar nicht kontrollieren sondern erkundigten sich nach unserem Anliegen. -„Wir sind vom NSA-Spion-Schutzbund und betreiben hier Forschungsarbeit.“

Kurz darauf wollten die Beamten dann doch die Lizenzen kontrollieren. 2 Personen konnten sich nicht „ordentlich“ ausweisen. Einer der Journalisten wohnt in New-York und hatte nur einen Presseausweis und ein Vorstandsmitglied des NSASSB hatte nur seinen Staplerschein dabei.

Anomalie 2: Zum ersten Mal seit einem Jahr hatten die Beamten ein Problem mit dem Staplerschein. Der Spion-Forscher hat sich immer damit ausgewiesen. Außerdem müssten unsere Daten ja hinreichend bekannt und verteilt sein. Die meisten Polizisten fragen gar nicht mehr nach den Forschungs-Lizenzen.

An diesem Tag sollte es anders sein. Auch mit einer Garantie des 1. Vorsitzenden für die korrekte Identität des Forschers waren die Beamten nicht zufrieden. Ein Beamter verlangte daraufhin die Brieftasche um zu kontrollieren ob er tatsächlich keinen Ausweis dabei hat. Nach kurzem zögern lehnte er die Forderung ab. Er habe keinen Ausweis dabei, das sollen sie ihm glauben und seit wann muss man die Polizei die Brieftasche kontrollieren lassen, wenn man keinen Ausweis dabei hat?

Anomalie 3: Nach ein wenig Diskussion verlangten die Beamten, dass der Forscher ohne ordentliche Lizenz, sich durchsuchen lassen muss.
Die Expeditionsteilnehmer protestierten gegen diese Behandlung. Spaziergänger durchsuchen weil sie keinen „ordentlichen“ Ausweis dabei haben obwohl der betroffene bestens Bekannt sein MUSS.

Normalerweise hätten wir das abgelehnt aber da wir wegen eines wichtigen Forschungsauftrags unterwegs waren und die Zeit anderweitig nutzen wollten, ließ sich der Forscher widerwillig durchsuchen. – Zu welchem Zweck auch immer…

Anomalie 4: Kurz vor der Durchsuchung kam ein Gehege-Wärter (ohne Uniform, nicht im Dienst) zu einem Beamten und wollte sich beschweren. „Die Spion-Forscher würden ja immer ihren Müll liegen lassen und er müsste das sauber machen.“. Während der Beschwerde fiel dem Gehege-Wärter eine Plastiktüte auf der Wiese, hinter dem zu Durchsuchenden, auf und behauptete: „Da, sehen sie. Da liegt schon wieder Müll. Das hat der da hin geschmissen.“ – Während dieser Satz fiel, versuchten die Expeditionsteilnehmer den Beamten davon abzubringen Spaziergänger durchsuchen zu wollen. Der zu Durchsuchende stand die ganze Zeit vor einem Polizeibeamten.

Nach der Durchsuchung nahm der Beamte die Plastiktüte, steckte sie in eine „Beweismitteltüte“ und sagte zu dem Durchsuchten: „Wir werden das im Labor überprüfen und sie gegebenen Falls kontaktieren.

Wieder protestierten die Expeditionsteilnehmer gegen dieses Vorgehen.

Was soll der Unfug?

• Erst Kontrolle.
OK. Kennen wir. Sollen sie halt unsere Daten dem Staatsschutz und restlichem Rattenschwanz übermitteln.
• Dann rum machen wegen nicht ordentlichem Ausweis obwohl alle Daten bereits bekannt sind.
• Dann Brieftasche kontrollieren wollen mit der Begründung nur sicherstellen zu wollen, dass tatsächlich kein Ausweis darin ist.
• Dann komplett-Durchsuchung weil ? – Keine Ahnung…
• Dann der PONDS-Sicherheitsmitarbeiter in zivil der erzählt, er muss für die Spione die Gasse kehren und aufräumen.
• Und dann behauptet der PONDS-Mitarbeiter in zivil auch noch dass der Müll hinter dem Forscher von dem Forscher wäre, während der Beschuldigte die ganze Zeit vor einem Polizeibeamten gestanden hat.

Bei dieser ganzen Prozedur wäre noch zu erwähnen, dass der Ausweis des 1. Vorsitzenden bereits seit 3 Jahren ungültig ist und man dem New-Yorker Journalisten einfach so geglaubt hat.

Dann meinte einer der Beamten auch noch einen Alkoholtest bei dem Durchsuchten machen zu wollen. Hierbei platze dem 1. Vorsitzenden der Kragen. Es fielen Sätze wie „Ich glaub es geht los, erst die Durchsuchung wegen nix und jetzt auch noch Alkoholtest machen wollen.“, „Gar nichts wird jetzt noch gemacht, den Test können sie vergessen.“, „Wir sind Spaziergänger also brauchen sie mit Alkoholtests gar nicht anfangen!“.

Antwort des Polizisten: „Das war nur Spaß, ich wollte nur testen wie sie reagieren.“

Verdammt mieser Spaß! Unfassbarer Spaß!

Danach bekamen wir noch gesagt, dass den Spionen unsere Anwesenheit nicht passt und dass wir doch gehen sollten. Daraufhin haben die Forscher nur entgegnet, dass ihnen die Anwesenheit der Spione auch nicht passt.

Endlich konnte weitergeforscht werden. Die Polizei verschwand wieder.

Das Expeditionsteam ging wieder zurück und spazierte durch den Feldweg um noch Bilder von der Seite des Geheges zu machen. Während der Dokumentation fielen 3 U.S. Militärpolizisten auf, die die Forscher entdeckt hatten und innerhalb des Geheges in deren Richtung rannten. Auf einem Drittel der Distanz blieben sie stehen und beobachteten das Geschehen.

Anomalie 5: Zum ersten Mal haben wir die deutsche Polizei gesehen, wie sie innerhalb(!) des Geheges in ihrem Bus rumfuhr und sich innerhalb(!) des Geheges mit der Militärpolizei traf.

Die Forscher spazierten weiter und plötzlich kam die Polizei in den Feldweg gefahren. Die Polizisten stoppten ein weiteres Mal die Expedition. Sie kontrollierten noch einmal die Bilder der Journalisten, sagten, dass die Spione wollen, dass wir verschwinden, dass sie noch andere Fälle zu bearbeiten hätten und das sie einen Platzverweis (im FELD!!!) aussprechen würden, wenn sie wegen uns ihrer Arbeit nicht nachgehen könnten.

Wieder protestierten die Forscher. Die Polizei zog sich zurück, die Forscher liefen noch ein wenig weiter den Feldweg entlang und machten noch ein paar Bilder. Die Polizei wartete und beobachtete die Forscher am Anfang von dem Feldweg. Als die Forscher sich auf den Rückweg machten fuhr auch die Polizei wieder davon.

So ein schäbiger Auftritt der Polizei (auch noch der Griesheimer Polizei, zu der der NSASSB ein sehr gutes Verhältnis hat) ist bisher einmalig.

Das war unnötig, demütigend und unakzeptabel.

Wir werden das nicht hinnehmen.

Wir fordern eine Entschuldigung!

Für Freitag hat unser 1. Vorsitzender einen Termin beim Griesheimer Polizeichef ausgemacht.

Ihr Vorstand

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